Allgemeines


27
Apr 13

Hiatus

Hallo, dieses Blog ist im Winterschlaf. Auf einem Eisberg. Im Polarmeer. Während der Eiszeit. Will sagen: Auf unbestimmte Zeit geschlossen.


21
Jul 11

“You know nothing of my work!”

Heute wäre Marshall McLuhan 100 Jahre alt geworden. Die Geburtstag-Laudatio hält Tom Wolfe, mit einem Vortrag über die öffentliche Person McLuhan und seine Thesen:

Das Video ist von Marshall McLuhan Speaks, dort gibt es noch mehr Material, inkl. vieler Videos mit McLuhan selbst. Das Nieman Lab ehrt den Vordenker der Medientheorie zusätzlich mit einer Mini-Serie. Damit sein Werk endlich besser verstanden wird.


20
Jun 11

Videogames Rule the Entertainment World

Alter Hut, aber schön aufbereitet: Videogames schlagen Blockbuster in den USA regelmäßig mit ihren Umsatzzahlen in der Release-Woche. 2011 wird da wohl keine Ausnahme bilden. Die gesamten Videospiel-Umsätze lagen 2010 auch in Deutschland vor den Umsätzen mit Kinotickets.

(via Spreeblick)


8
Jun 11

Hatte Kino.to mehr Nutzer als alle anderen deutschen Video-Seiten?

Jahrelang konnte sich jeder auf Kino.to mit wenigen Klicks aktuellste Filme und Serien auf den eigenen Rechner streamen. Einzige Bedingung: Ein installierter Divx-Player und das Geschick um abstruse Pop-Ups herum zu navigieren. Dieser – je nach eigenem Standpunkt paradiesische oder auch untragbare – Zustand ist jetzt Geschichte. Seit gestern erscheint auf www.kino.to dieser Hinweis (Klick vergrößert):

Kino.to am 2011-06-08 um 14.04.59

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Ermittlungen wegen des Verdachts der “Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerblichen Begehung von Urheberrechtsverletzungen” aufgenommen. 13 Menschen sind bereits verhaftet, eine weitere Person wird mit Haftbefehl gesucht. Die Domain www.kino.to ist bis auf weiteres beschlagnahmt. Um die Schwere des Delikts zu unterstreichen, hat die Staatsanwaltschaft Zahlen zur Nutzung des Streaming-Portals veröffentlicht: Vier Millionen Besucher täglich sollen den Hauptbeschuldigten siebenstellige Gewinne beschert haben, berichtet SpOn.

Ebenfalls gestern hat Comscore aktuelle Zahlen zum Online-Video-Konsum in Deutschland veröffentlicht. Dort werden leider seit letzten Jahr keine Filehoster mehr aufgeführt, in vorigen Jahren lag Megavideo beispielsweise noch weit vorne. Mit den Zahlen der Staatsanwaltschaft  lässt sich dennoch diese Modellrechnung aufstellen:

Geht man davon aus, dass vier Millionen tägliche Nutzer vorsichtig geschätzt täglich mindestens vier Mio. Videos auf Kino.to schauen, kann man von monatlich mindestens 120 Mio. über Kino.to generierten Video-Abrufen ausgehen (Kino.to hat ja nie selbst Videos gehostet, wie die Betreiber immer wieder gerne erwähnt haben. Genützt hat es aber nichts.). Vergleicht man diese Zahl mit den Video-Abrufen, die Comscore für deutsche Video-Plattformen ermittelt hat, sieht das so aus:

Es wird schnell klar: Kino.to dürfte hinter dem Online-Video-Giganten Youtube (a.k.a. “Google Sites”) das zweitgrößte Video-Portal gewesen sein. Die erste deutsche Konkurrenz sind die P7S1-Seiten (Maxdome, prosieben.de, etc…), die zusammen auf 106 Mio. Video-Abrufe im April kamen.

Diese Erkenntnis deckt sich mit einem Chart von Bertram Gugel, das über Google Trends die Beliebtheit von Kino.to aufzeigt. Die Analyse verdeutlicht, dass sich die Seiten der privaten Fernsehsender gegenüber dem Filehoster Megavideo und der Linksammlung von Kino.to nicht absetzen können:

 

Der Wegfall von Kino.to dürfte unmittelbar eine Umwälzung des Online-Video-Markts mit sich bringen. Generell ist jetzt eine gute Chance, einige der digitalen Schwarzseher von den Vorteilen legaler Streaming-Portale zu überzeugen. Dazu bedarf es aber eines attraktiven Portals, das ähnlich viele Filme wie Kino.to anbietet und möglichst einfach zu bedienen ist.

Hier zeigt sich, was die vertane Chance, ein deutsches Hulu an den Start zu bringen, für die Marktentwicklung bedeutet: Bei den sendereigenen Mediatheken herrscht weiter Fragmentierung, die Privaten zeigen zudem kaum Filme online. Und VoD-Portale wie Maxdome und Bitbop leiden weiter unter ihrer schlechten Bedienbarkeit oder  geringen Titelauswahl.

Und ganz generell: Wer Serien und Filme auch auf Englisch schaut, dem steht weiterhin eine große Auswahl an Quellen in der rechtlichen Grauzone zur Verfügung, die über ein riesiges Portfolio verfügen und geringe bis keine Kosten für die Nutzer verursachen. Ausserdem hat die Erfahrung bisher immer gezeigt: Verklagst du ein Napster, machen morgen drei bessere auf.

UPDATE:

Mehr zur Arbeitsweise von Kino.to gibt es in diesem Interview auf Netzfeuilleton. Marcel Weiss sieht ebenfalls die Analogie zu Napster. Und wer jetzt Angst hat, bald Post von der umtriebigen Staatsanwaltschaft Dresden zu bekommen, der sollte sich diesen Kommentar der Kanzlei Kompa durchlesen, der zwar juristisch keine Entwarnung gibt, faktisch aber Verfolgungsprobleme sieht.


11
Mai 11

Schwedische Eiche

Eher am Rande fasst Petra Hesser, IKEA-Chefin in Deutschland, in den aktuellen Media Perspektiven (3/2011, S. 139) zusammen, warum sie keine Angst vor der zunehmenden Alterung der Bevölkerung hat:

“Das hieße ja, dass sich der Wohngeschmack mit zunehmendem Alter zwangsläufig der Eiche-Anbauwand annähert. Das ist keineswegs so. Wir stellen fest, dass Leute, die mit IKEA aufgewachsen sind, die Marke auch noch gut finden, wenn sie älter geworden sind.”

Moment, hiesse das nicht, IKEA ist die neue Anbauwand aus Eiche?


30
Apr 10

Europa, neugezeichnet

Die geografischen Grenzen Europas entsprechen einfach nicht mehr der politischen Realität. Zeit für eine Neuordnung. Großbritannien den Südeuropäischen Schuldnerstaaten zuzuordnen, ist nur einer von vielen sinnvollen Vorschlägen vom Economist.

Der Wille zum radikalen Umbau spricht allerdings auch Bände über die reformbegeisterten Economist-Redakteure. Ach, wenn die Welt nur so einfach wäre, wie der Economist sie beschreibt.


26
Sep 09

In eigener Sache

Alle paar Monate sehnt man sich ja nach einer Runderneuerung, diesmal habe ich dem Drängen nachgegeben, und meinen Blog von grundauf umgebaut.

Darum ist auch erstmal eine Entschuldigung an alle RSS-Abonnenten fällig, die die letzten zehn Einträge nochmal präsentiert bekommen haben. Dafür ändert sich aber die Feed-Adresse nicht.

Ganz im Gegensatz zur Domain, willkommen auf langnese.net! Da ich bei der ersten Shoppingtour nicht davon ausgegangen bin, dass es noch freie Langnese-Domains gibt, hat das Blog die ersten anderthalb Jahre seiner Existenz anderswo verbracht. Da es hier aber letzendlich wie in jedem Blog um mich geht (und die Dinge, die mich interessieren), soll die Domain auch meinem Nachnamen tragen.

Ansonsten ist das Layout neu, wenn es sich auch nur in Nuancen vom alten Aussehen unterscheidet. Wenn es interessiert, das Theme ist von WPShoppe. Neu ist auch die Tweetboard-Application, die links auf der Seite munter mitscrollt. Dort sind meine letzten Twitter-Botschaften  zu finden, und wer mag, kann damit auch selber etwas in die Twittersphäre posten. Und Buttons zum Posten auf Facebook et al. gibt es jetzt auch.

Inhaltlich werde ich meinen unscharfen Fokus weiterhin auf die Veränderung in der Medienlandschaft in Deutschland und den USA richten. Da bleibt also alles beim Alten.

Und damit soll es das gewesen sein mit selbstrefentiellen Geschwafel. Für alle die bis zum Schluss durchgehalten haben, hier noch ein lustiges Video ohne Sinn:


16
Mrz 09

“Die Welt will betrogen werden”

“Was nicht inszeniert ist, kann inszeniert wirken. Und das ist nicht unproblematisch, denn Fotos sind nichts anderes und können gar nichts anderes sein, als was sie scheinen (und wir in sie hineinlesen), ganz unabhängig von den Fakten.
Es kann aber auch umgekehrt sein: dass uns, was wir sehen, obwohl real, nicht real, sondern inszeniert vorkommt.”

Pressefotos und ihre Inszenierungen von Wirklichkeit erörtert Hans Durrer in der aktuellen Ausgabe der Gazette.

“Was wir von Fotos wollen, ist das eine, was sie leisten können, das andere.”

Das Fotos die Wirklichkeit festhalten, ja sogar dokumentieren können, ist eine Illusion. Ob es um die Fotokunst von Jeff Walls oder die Propagandakünste iranischer Nachrichtenagenturen geht – der Aufschrei der Betrogenen geht immer davon aus, das Fotos die Wirklichkeit abbilden. Das können sie gar nicht.

Denn eine “Illusion ist es, ganz entgegen unseren Wünschen und Bedürfnissen, in der Tat, denn die Wirklichkeit (sowohl diejenige, die wir als imaginiert, als auch diejenige, die wir als real begreifen) ist weder fass- noch abbildbar, sondern auch nach Heraklit in ständigem Fluss – und diesen abzubilden ist recht eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.”

Hier ist der ganze Artikel als pdf.


13
Dez 08

Berlin is for Magazine Lovers

Ob das Magazin demnächst als Synthese aus Zeitung und Buch das Pressewesen übernimmt?

Diese Woche eröffnet in Berlin ein weiterer Shop, der sich ausschließlich auf Magazine spezialisiert hat. “Motto” gehört zum gleichnamigen Schweizer Zeitschriftenvertrieb, der Laden eröffnet am 16. Dezember in der Skalitzer Str. 68.

In der ersten Woche gibt es die Gelegenheit einige Magazin-Herausgeber persönlich zu treffen, die im Shop ihre Titel vorstellen. Das Programm sieht so aus:
Motto Flier

Mehr Infos auf “Motto Berlin“.

(via de:bug)


19
Jun 08

Online finanziert Print

Folgt man taz-Chefredakteurin Bascha Mika, dann könnte zukünftig das dickste Stück vom Werbekuchen online verteilt werden. Mit diesen Einnahmen liesse sich dann die defizitäre Printausgabe als Aushängeschild finanzieren, quasi als Erinnerungsstück für Tintennostalgiker.

Tolle Idee, klappt natürlich nur, wenn das Wachstum des Onlinewerbemarkts die Stagnation des Printwerbemarkts ausgleicht. Gesagt hat Fr. Mika das hier: