Schweizerisches


1
Dez 09

5.000 Franken von der UBS für zehn Seiten Konzept

Die schweizer Großbank UBS hat ein Problem: Sie will beim Web 2.0 mitmachen, weiß aber nicht wie. Klar, niemand möchte mit seiner Bank über Facebook Kontakt halten. Trotzdem sind kollaborative Kommunikationsformen für E-Banking-Angebote nicht undenkbar.

Um dieses Problem zu lösen, hat sich UBS entschlossen, einen Wettbewerb zu veranstalten. Die drei besten Ideen, wie Web 2.0 Angebote in den Internet-Auftritt von UBS zu integrieren sind, werden mit 5.000 Schweizer Franken belohnt. Andreas Hoffmann hat den Wettbewerb gestern beim Web Monday in den Google Headquarters Zürich vorgestellt. Die Anforderungen en detail:

  • Der Inhalt: Die UBS möchte Vorschläge sammeln, wie Web 2.0 Ideen der Bank helfen können. Wie kann die Nutzung von UBS-Anwendungen wie mobilem E-Banking für die Kunden verbessert werden?
  • Die Form: fünf bis zehn Konzeptseiten als PowerPoint-, PDF- oder Word-Datei, die die Idee und ihre Umsetzung kurz umreißen. Neben den 5.000 Franken besteht natürlich die Chance, dass UBS zur Umsetzung der Ideen oder für andere Projekte Teilnehmer anheuert. Abgabe bis 24. Dezember 2009.
  • Das Rechtliche (wie könnte eine Bank einen Wettbewerb ohne Legal Disclaimer ausschreiben?):
    • UBS behält sich vor, die besten Ideen zu verwenden. Allerdings nicht exklusiv, das heißt, man kann sie auch selbst weiterverwerten.
    • Beachtet werden müssen die strengen Gesetze zum Schutz des Bankgeheimnis für Schweizer Banken. Alle Kommunikation mit dem Kunden muss über bankinterne Kanäle abgewickelt werden. Weder können Bankauszüge per E-Mail versandt werden, noch kann man sich seinem Bankberater per Doodle oder Ähnlichem verabreden, da keine Daten über Kundenbeziehungen an Externe weitergeleitet werden dürfen.
    • Dieser Punkt sollte auch im Konzept auftauchen: Wie können unterschiedliche rechtliche Parameter in den Ländern, in denen UBS aktiv ist, bei der Implementierung von Web 2.0 Ideen von vorneherein miteinbezogen werden?
    • Auf jeden Fall den Disclaimer unterschreiben.

Die Gewinner werden beim nächsten Web Monday am 18. Januar 2010 bekannt gegeben. Weitere Unterlagen sind hier. Alles weitere bitte mit Dr. Andreas Hoffmann persönlich abklären: andreas.hoffmann[ät]ubs.com


16
Okt 09

Ueli Maurer gegen die Schweizer Presse

Bundesrat Ueli Maurer, der das Schweizer Verteidigungsministerium übersieht, ist ja damit eigentlich für Panzer und Soldaten zuständig. Anscheinend würde er aber auch gerne als Pressereferent tätig sein. Medienkritik bereit dem Bundesrat besonders viel Freude.

Ende September wurde er von den Schweizern Verlegern zu ihrem Jahreskongress als Redner eingeladen. Maurer hält dort eine Brandrede: Die Medien kämen ihrem Informationsauftrag nicht mehr nach. Wie Kurtisanen gingen sie mit den Mächtigen ins Bett. Die Medien gäben vor, die Kostüme der Professionalität, der Objektivität und der Neutralität zu tragen. “In Wahrheit gehen sie ebenso nackt wie der Kaiser.”

Maurer weist darauf hin, dass er in seinen neun Monaten im Amt nicht einmal kritisiert wurde. Nicht, dass es nicht genügend Anlaß gäbe, es interessiere die Medien nur einfach nicht. Nicht einmal die Service Public Sender kämen ihrem Auftrag nach (da haben die Verleger natürlich geklatscht).

Jetzt ist eine Unterseite der offiziellen Website des Verteidigungsministeriums bekannt geworden, auf der die “Fehlleistungen” der Presse Artikel für Artikel dementiert und für falsch erklärt werden. Ob Berichte zum Budget oder zur Geschlechterpolitik der Armee, alles falsch laut dem Verteidigungsministerium. Der Tagesanzeiger regt sich auf über die “Richtig?” betitelte Seite, die Journalisten an den Pranger stelle. Interessanterweise scheint die Seite nicht verlinkt zu sein, man muss also von ihrer Existenz wissen, um sie zu finden.

Auch lustig, erst macht die Presse nicht ihren Job, dann macht sie ihn, das dann aber wieder zu gründlich.


1
Okt 09

Ade, Peitschen-Peer

Was sagt die Schweizer Boulevard-Presse eigentlich zur Abwahl ihres Lieblingshassdeutschen Peer Steinbrück?

Dass er ihnen fehlen wird:

© Blick am Abend

(Aus dem Blick am Abend)

Nachgetreten wird natürlich auch, der Blick fordert seine Leser auf “Geben Sie Steinbrück eine neue Perspektive!” Das haben die Leser getan, in Form dieser Abstimmung, die Steinbrück den Botschafterposten in Burkina-Faso ans Herz legt.

© Blick.ch

Aber, noch besteht Hoffnung, 20 Minuten fragt: “Kommt nach Steinbrück ein weiterer Hardliner?” Wäre ja sonst irgendwie auch langweilig, ohne einen neuen häßlichen Deutschen.