Urheberrecht


27
Jan 09

Öffentlich-Rechtliche Filmförderung konsequent zu Ende gedacht

Das Kanadische National Film Board macht seit dieser Woche Filme frei zugänglich auf seiner Website, die durch die Institution (mit)finanziert wurden.

Im Archiv sind über 700 Spielfilme, Dokumentationen, Zeichentrickfilme und Nachrichtensendungen zu finden. Zum Beispiel “Carts of Darkness” – eine Doku über den neuen Extrem-Sport Einkaufswagenreiten, der Pfandflaschensammeln mit Einkaufswagen einen Hügel runter rasen verbindet. Leider ist Berlin dafür etwas zu flach.

Das Film Board besteht seit 1939, dementsprechend umfangreich und abwechselnd ist die Auswahl. Die Öffentlichkeit hat es bezahlt, also gehört es konsequenterweise doch auch nur in die Öffentlichkeit, und zwar frei zugänglich. Fein getrennt nach englisch- und französischsprachigen Filmen, dafür ist man sich in Kanada ja nie zu schade.


7
Jan 09

“Good Copy Bad Copy”

Die Musikindustrie ist tot, die Filmindustrie bald auch. Schuld daran sind für die Industrie die Urheberrechtspiraten, die jährlich bis zu sieben Milliarden US$ kosten. Für die Piraten ist einzig und allein die Industrie schuld, die sich mit starren und anachronistischen Urheberrechtsauslegungen ihr eigenes Grab geschaufelt hat. Soweit die Sicht in Europa und den USA.

Das ist aber nicht die ganze Geschichte. In Ländern wie Nigeria oder Brasilien gibt es Modelle, die die Polarität des Konflikts zwischen Produzenten und Piraten beiseite legen. Durch innovative Vermarktungsmodelle und Verständnis für die Konsumenten entstehen Alternativen abseits des Urheberrechtsstreits, wie er in den westlichen Industrieländern ausgetragen wird.

Wie industrielle Interessen und ein freieres Urheberrecht koexistieren können, das beschreibt “Good Copy Bad Copy“. Dieser dänische Dokufilm existiert schon seit 2007, hat seinen Weg aber erst jetzt zu mir gefunden.

Schaut ihn euch an, um nachher mit tollem Partywissen zu glänzen, wie etwa dass im amerikanischen Hollywood jährlich 611 Filme produziert werden, im indischen Bollywood ca. 900 und im nigerianischen Nollywood ganze 1.600. Oder dass sich der Remix eines Remixes eines Künstlers, der durch Remixe berühmt geworden ist, gar nicht so schlecht anhört.

Film ab!