Geschäftliches


18
Jul 11

Was keiner wissen darf: Kino.to-Nutzer gehen oft ins Kino

Bei der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) lagert eine Studie zum Medienkonsum von Kino.to-Nutzern mit unangenehmen Ergebnissen im Giftschrank – das soll ein anonymer Mitarbeiter Telepolis verraten haben. Laut der Quelle gehen die Nutzer von Kino-to häufiger ins Kino und kaufen mehr DVDs als der durchschnittliche Konsument. Damit habe man nicht gerechnet, und deswegen blieben die Ergebnisse erstmal in der Schublade.

Scheinbar hat die Inhalte-Industrie also bei der GfK eine Studie bestellt, deren Ergebnis leider die ökonomischen Argumente gegen ein restriktives Urheberrechtssystem stützen. Denn die besagen ja, dass die erweiterte Verbreitung von Filmen durch P2P-Netze und Streaming-Seiten entscheidend zu ihrer Popularität und letztlich zu ihrem geschäftlichen Erfolg beitragen.

Dass dieses Ergebnis nicht gewollt ist, ist klar. Stimmen die Vorwürfe, reicht die wissenschaftliche Redlichkeit der Marktforscher von der GfK also genau bis zum Interessenkonflikt mit den Geldgebern. Zeit für neue Geschäftsmodelle, in der Filmindustrie wie in der Marktforschung.

(Siehe dazu auch: Hatte Kino.to mehr Nutzer als alle andere deutschen Video-Seiten?)


20
Jun 11

Videogames Rule the Entertainment World

Alter Hut, aber schön aufbereitet: Videogames schlagen Blockbuster in den USA regelmäßig mit ihren Umsatzzahlen in der Release-Woche. 2011 wird da wohl keine Ausnahme bilden. Die gesamten Videospiel-Umsätze lagen 2010 auch in Deutschland vor den Umsätzen mit Kinotickets.

(via Spreeblick)


18
Sep 10

Gewinn pro Mitarbeiter: Google liegt vorn

Umsatz pro Mitarbeiter

Update: Die Grafik ist (für mich) missverständlich aufgebaut. Google hat pro Mitarbeiter den höchsten Profit – Microsoft macht mit den meisten Mitarbeitern aber insgesamt den größten Gewinn. Apple liegt dazwischen. Danke, Stefan.

Mehr Zahlen (vor allem zu Google) gibt es hier.


1
Apr 10

Das schlechte Gedächtnis von YouTube

Weder Googles CEO Eric Schmidt noch YouTube-Mitbegründer Chad Hurley haben ein gutes Gedächtnis wenn es um den Hintergrund der Übernahme von YouTube durch Google geht: Viele E-Mails aus dieser Zeit sind in den digitalen Papierkorb gewandert.

Das ist ein Ergebnis des Gerichtsverfahrens, das die amerikanische Medien-Firma Viacom 2007 gegen Google angestrengt hat. In dem Verfahren, in dem es um Urheberrechtsverletzungen von YouTube geht, sind vergangene Woche einige brisante Dokumente für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Diese sollen beweisen, dass das Videoportal nicht nur den Upload illegaler Inhalte ermöglicht hat, sondern diese Uploads auch noch förderte.

Slate hat die Einzelheiten.

“Internal e-mails from the site’s early days strongly suggest that Hurley and his co-founders—Steve Chen and Jawed Karim—were aware of a lot of infringing content on the site but decided to ignore much of it in order to keep YouTube growing.”

Was für die YouTube-Gründer eine Episode der Vergangenheit ist, könnte für den heutigen Betreiber – Google – ein Problem werden. Der Slate-Autor Farhad Manjoo nennt die ganze Geschichte darum “YouTubes Erbsünde”.

Ein Beispiel aus dem internen E-Mail-Verkehr belegt, dass sich die Gründer bewusst waren, dass illegale Inhalte mehr Traffic bringen, weswegen sie diese Inhalte nur zögerlich von der Seite nahmen:

“In an e-mail (PDF) sent in September 2005, for instance, Hurley complains that the site is “starting to get out of control with copyrighted material” and adds that “we may need to start enforcing restrictions soon.” Chen disagreed: “I’m thinking it’s still okay,” he responded, explaining that taking down copyrighted videos would result in a 20 percent fall in traffic. “I’d hate to prematurely attack a problem and end up just losing growth due to it.” The partners go on to discuss the various kinds of infringing material on the site and arrive at an informal, “really lax” policy for what to remove and what to keep:”Take down whole movies, take down entire TV shows, take down XXX stuff,” Chen decides, but “everything else keep including sports, commercials, news, etc.”"

Wahrscheinlich sind die ersten Wachstumsschübe eines jeden Start-Ups erstmal chaotisch – problematisch werden diese Entscheidungen dann aber spätestens, wenn man das Start-Up für 1,65 Milliarden US-$ (in Google-Aktien) verkauft. Sollte Viacom erfolgreich sein, droht vielen weiteren nutzergenerierten Webseiten eine Klagewelle, die bislang unter dem Digital Millenium Copyright Act geschützt waren. Aber, wie Steve Chen sagen würde: Wachstum geht vor. Auch wenn er sich daran jetzt einfach nicht mehr erinnern kann.


8
Mrz 10

Mediagazer – TechMeme für die Medienbranche

Mediagazer Logo

Rivva und TechMeme helfen einem schnell weiter, wenn man einen knappen Überblick über die neuesten Nachrichten aus der Tech-Ecke bekommen möchte. Das gleiche bietet jetzt Mediagazer für die US-Medienbranche an, eine neu entwickelte Webseite aus dem Hause TechMeme.

Der Nachrichten-Aggregator wird vollautomatisch die Storys der größeren Medienblogs und -Nachrichtenseiten abgreifen und nach Backlinks und Tweets gewichten.

So soll laut der Mitbegründerin und ersten Redakteurin (also doch: eine Redaktion) Megan McCarthy eine Karte der US-Medienlandschaft entstehen. Das kann ganz praktisch sein, man sieht schnell welche Story am meisten Widerhall findet, welche Nachrichtenseiten sie kommentiert haben, und wie die letzten Entwicklungen aussehen.

Bei der Auswahl der Geschichten soll vor allem der Punkt Medienwandel und die daraus resultierenden notwendigen Anpassungen der Medienbranche im Vordergrund stehen. Das iPad und andere Tech-News  begegnen einem also auch auf Mediagazer, zusammen mit Business-News und klassischem Medienjournalismus.

Wichtig für alle aufstrebenden A-Blogger: Es wird auch ein “Leaderboard” geben – ähnlich wie bei TechMeme und Rivva – das die wichtigsten Quellen nach der Anzahl ihrer verlinkten Storys auflistet. Das besonders unter Medienleuten beliebte Schaulaufen der Eitelkeiten ist also eröffnet. Anpassen müssen sich eventuell auch RomeneskoMediaite und andere US-Medienblogs, die als Nachrichten-Aggregatoren überflüssig werden, falls Mediagazer Erfolg haben sollte.

Und ich bin gespannt, ob das etwas unübersichtliche, weil immense Angebot an Medien-Nachrichtenseiten aus den USA mit Mediagazer etwas übersichtlicher wird. Nötig wär’s.

(via Gawker)


10
Feb 10

Die Early Adopters werden immer älter

Das amerikanische Marketing-Unternehmen Comscore hat einen Bericht zu den wesentlichen Trends in der Mediennutzung der Amerikaner veröffentlicht. “The 2009 U.S. Digital Year in Review” (via @hemartin) hält einige aufschlussreiche Grafiken bereit, bitteschön:

Die Nutzung von Online-Videos hat im vergangenen Jahr in den USA weiter zugelegt, dabei hat sich das Angebot vergrößert und ausdifferenziert. Youtube bleibt mit einem Anteil von 26% an der Videonutzung der Platzhirsch. Interessanterweise entfallen aber über 50% der Nutzung auf Anbieter, die nicht mehr in den Top 25 vertreten sind, weswegen Comscore einen Trend zu Nischen-Angeboten ausmacht. Video-Anbieter, die Long-Tail-Märkte (vgl. Chris Anderson) im Netz bedienen, dürfen sich also freuen.

Bildschirmfoto 2010-02-10 um 15.49.09

Auch die Smartphone Nutzung hat 2009 in den USA zugelegt. Im Dezember hatten 17% der Mobilfunker ein Smartphone, 2008 waren es nur 11%. Marktführer bei den Betriebssystemen ist RIM, das die Blackberrys produziert, gefolgt von Apple, dessen Anteil weiter steigt. Google ist mit 5,2% noch in der Einführungsphase, konnte aber laut Comscore in den letzten Monaten stark zulegen – ein Trend, der unter anderem dank des Google-Phones Nexus One in 2010 fortgeführt werden könnte.

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Und schließlich: die Altersstruktur der Facebook-, Twitter- und Myspace-Nutzer im Vergleich. Die älteren Nutzer fliehen von Myspace und verdrängen die Teenager aus Facebook. Eventuell werden die College-Studenten aber auch einfach älter, Facebook hat ja gerade sein sechsjähriges gefeiert. Und nur weil man 25 ist und die Uni verlässt, löscht man ja nicht gleich sein Facebook-Konto.

Demographic composition of facebook and myspace users compared

Dafür entdeckt die jüngere Generation jetzt auch Twitter, dessen Nutzer mit steigender Popularität immer jünger werden. Das widerlegt die These, dass vor allem die jüngsten Nutzer Early Adopter wären. Die Alten machen den Unterschied! Twitter ist von den 25- bis 64-jährigen groß gezogen worden.

Age composition of twitter users


1
Dez 09

5.000 Franken von der UBS für zehn Seiten Konzept

Die schweizer Großbank UBS hat ein Problem: Sie will beim Web 2.0 mitmachen, weiß aber nicht wie. Klar, niemand möchte mit seiner Bank über Facebook Kontakt halten. Trotzdem sind kollaborative Kommunikationsformen für E-Banking-Angebote nicht undenkbar.

Um dieses Problem zu lösen, hat sich UBS entschlossen, einen Wettbewerb zu veranstalten. Die drei besten Ideen, wie Web 2.0 Angebote in den Internet-Auftritt von UBS zu integrieren sind, werden mit 5.000 Schweizer Franken belohnt. Andreas Hoffmann hat den Wettbewerb gestern beim Web Monday in den Google Headquarters Zürich vorgestellt. Die Anforderungen en detail:

  • Der Inhalt: Die UBS möchte Vorschläge sammeln, wie Web 2.0 Ideen der Bank helfen können. Wie kann die Nutzung von UBS-Anwendungen wie mobilem E-Banking für die Kunden verbessert werden?
  • Die Form: fünf bis zehn Konzeptseiten als PowerPoint-, PDF- oder Word-Datei, die die Idee und ihre Umsetzung kurz umreißen. Neben den 5.000 Franken besteht natürlich die Chance, dass UBS zur Umsetzung der Ideen oder für andere Projekte Teilnehmer anheuert. Abgabe bis 24. Dezember 2009.
  • Das Rechtliche (wie könnte eine Bank einen Wettbewerb ohne Legal Disclaimer ausschreiben?):
    • UBS behält sich vor, die besten Ideen zu verwenden. Allerdings nicht exklusiv, das heißt, man kann sie auch selbst weiterverwerten.
    • Beachtet werden müssen die strengen Gesetze zum Schutz des Bankgeheimnis für Schweizer Banken. Alle Kommunikation mit dem Kunden muss über bankinterne Kanäle abgewickelt werden. Weder können Bankauszüge per E-Mail versandt werden, noch kann man sich seinem Bankberater per Doodle oder Ähnlichem verabreden, da keine Daten über Kundenbeziehungen an Externe weitergeleitet werden dürfen.
    • Dieser Punkt sollte auch im Konzept auftauchen: Wie können unterschiedliche rechtliche Parameter in den Ländern, in denen UBS aktiv ist, bei der Implementierung von Web 2.0 Ideen von vorneherein miteinbezogen werden?
    • Auf jeden Fall den Disclaimer unterschreiben.

Die Gewinner werden beim nächsten Web Monday am 18. Januar 2010 bekannt gegeben. Weitere Unterlagen sind hier. Alles weitere bitte mit Dr. Andreas Hoffmann persönlich abklären: andreas.hoffmann[ät]ubs.com