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8
Mrz 10

Mediagazer – TechMeme für die Medienbranche

Mediagazer Logo

Rivva und TechMeme helfen einem schnell weiter, wenn man einen knappen Überblick über die neuesten Nachrichten aus der Tech-Ecke bekommen möchte. Das gleiche bietet jetzt Mediagazer für die US-Medienbranche an, eine neu entwickelte Webseite aus dem Hause TechMeme.

Der Nachrichten-Aggregator wird vollautomatisch die Storys der größeren Medienblogs und -Nachrichtenseiten abgreifen und nach Backlinks und Tweets gewichten.

So soll laut der Mitbegründerin und ersten Redakteurin (also doch: eine Redaktion) Megan McCarthy eine Karte der US-Medienlandschaft entstehen. Das kann ganz praktisch sein, man sieht schnell welche Story am meisten Widerhall findet, welche Nachrichtenseiten sie kommentiert haben, und wie die letzten Entwicklungen aussehen.

Bei der Auswahl der Geschichten soll vor allem der Punkt Medienwandel und die daraus resultierenden notwendigen Anpassungen der Medienbranche im Vordergrund stehen. Das iPad und andere Tech-News  begegnen einem also auch auf Mediagazer, zusammen mit Business-News und klassischem Medienjournalismus.

Wichtig für alle aufstrebenden A-Blogger: Es wird auch ein “Leaderboard” geben – ähnlich wie bei TechMeme und Rivva – das die wichtigsten Quellen nach der Anzahl ihrer verlinkten Storys auflistet. Das besonders unter Medienleuten beliebte Schaulaufen der Eitelkeiten ist also eröffnet. Anpassen müssen sich eventuell auch RomeneskoMediaite und andere US-Medienblogs, die als Nachrichten-Aggregatoren überflüssig werden, falls Mediagazer Erfolg haben sollte.

Und ich bin gespannt, ob das etwas unübersichtliche, weil immense Angebot an Medien-Nachrichtenseiten aus den USA mit Mediagazer etwas übersichtlicher wird. Nötig wär’s.

(via Gawker)


10
Dez 09

Das Internet für Anfänger

“Das Internet ist ein harmloser Zusammenschluss von Fax-Maschinen.”

Willkommen beim großen Metaphern-Rodeo! Ein Interview-Remix kuratiert von Cassetteboy, mit den Jüngern des Web-Evangeliums.


1
Dez 09

5.000 Franken von der UBS für zehn Seiten Konzept

Die schweizer Großbank UBS hat ein Problem: Sie will beim Web 2.0 mitmachen, weiß aber nicht wie. Klar, niemand möchte mit seiner Bank über Facebook Kontakt halten. Trotzdem sind kollaborative Kommunikationsformen für E-Banking-Angebote nicht undenkbar.

Um dieses Problem zu lösen, hat sich UBS entschlossen, einen Wettbewerb zu veranstalten. Die drei besten Ideen, wie Web 2.0 Angebote in den Internet-Auftritt von UBS zu integrieren sind, werden mit 5.000 Schweizer Franken belohnt. Andreas Hoffmann hat den Wettbewerb gestern beim Web Monday in den Google Headquarters Zürich vorgestellt. Die Anforderungen en detail:

  • Der Inhalt: Die UBS möchte Vorschläge sammeln, wie Web 2.0 Ideen der Bank helfen können. Wie kann die Nutzung von UBS-Anwendungen wie mobilem E-Banking für die Kunden verbessert werden?
  • Die Form: fünf bis zehn Konzeptseiten als PowerPoint-, PDF- oder Word-Datei, die die Idee und ihre Umsetzung kurz umreißen. Neben den 5.000 Franken besteht natürlich die Chance, dass UBS zur Umsetzung der Ideen oder für andere Projekte Teilnehmer anheuert. Abgabe bis 24. Dezember 2009.
  • Das Rechtliche (wie könnte eine Bank einen Wettbewerb ohne Legal Disclaimer ausschreiben?):
    • UBS behält sich vor, die besten Ideen zu verwenden. Allerdings nicht exklusiv, das heißt, man kann sie auch selbst weiterverwerten.
    • Beachtet werden müssen die strengen Gesetze zum Schutz des Bankgeheimnis für Schweizer Banken. Alle Kommunikation mit dem Kunden muss über bankinterne Kanäle abgewickelt werden. Weder können Bankauszüge per E-Mail versandt werden, noch kann man sich seinem Bankberater per Doodle oder Ähnlichem verabreden, da keine Daten über Kundenbeziehungen an Externe weitergeleitet werden dürfen.
    • Dieser Punkt sollte auch im Konzept auftauchen: Wie können unterschiedliche rechtliche Parameter in den Ländern, in denen UBS aktiv ist, bei der Implementierung von Web 2.0 Ideen von vorneherein miteinbezogen werden?
    • Auf jeden Fall den Disclaimer unterschreiben.

Die Gewinner werden beim nächsten Web Monday am 18. Januar 2010 bekannt gegeben. Weitere Unterlagen sind hier. Alles weitere bitte mit Dr. Andreas Hoffmann persönlich abklären: andreas.hoffmann[ät]ubs.com


22
Okt 09

Drüber gestolpert II

“An interesting detail in these figures is the stratification of income among different types of users: the average income of passive spectators of usergenerated content sites is significantly higher than the median income of content creators. In other words, the contingent of spectators and inactives, which is much larger than the 13 percent of actual creators, constitutes an appealing demographic to site owners and advertisers. […] Manifestos such as Wikinomics and ‘We-Think’ make one believe that, since every user is an active, creative contributor, the very idea of ‘consumer’ is definitely passé. The term ‘user’ turns out to be a catch-all phrase covering a wide range of behaviour, from merely clicking to blogging and uploading videos. Mass creativity, by and large, is consumptive behaviour by a different name.”

José Van Dijck and David Nieborg: “Wikinomics and its discontents: a critical analysis of Web 2.0 business manifestos”, In: New Media & Society 2009; 11; S. 861.


15
Jul 09

CNN und die Bürgerjournalisten

“Für uns ist es zwecklos, den Versuch zu unternehmen, das Internet in puncto Geschwindigkeit zu schlagen.” So fasst Frederik Pleitgen, CNN Korrespondent in Deutschland, die Lage des 24-Stunden Nachrichtenkanals zusammen. Anstatt die neuen Nachrichtenkanäle zu ignorieren, oder als bloße Verlängerung des eigenen Angebots zu behandeln, sollten Blogs, Micro-Blogs und soziale Netzwerke in den Prozess der Berichterstattung aufgenommen werden, so Pleitgen weiter im Interview.

Frederik Pleitgen war letze Woche Gast im Reporting America Seminar, das ich mitorganisiert habe. Bei der Gelegenheit haben wir ihm gleich ein paar Fragen zur CNN Strategie im Umgang mit dem Internet gestellt:

Beachtenswert finde ich, dass die Bürgerjournalisten nicht nur als Publikum betrachtet werden. Ihre Berichte sollen aktiv in den Nachrichtenredaktionen genutzt werden, um die Breite der verfügbaren Quellen zu erweitern. In diesem Kontext muss man auch iReport sehen – die von CNN bereitgestellte Webseite, auf der Bürgerjournalisten Beiträge veröffentlichen können. Natürlich kann diese Beziehung auch in die andere Richtung funktionieren, indem die Redaktionen durch Rückmeldungen auf den wesentlichen Plattformen größere Transparenz schaffen.

Die Frage bei der Einbindung von Bürgerjournalisten ist: Wie ernst werden die neuen Mitarbeiter genommen? Wenn CNN lediglich hofft, einige exklusive Fotos abschöpfen zu können, dann ist das eine sehr beschränkte Umsetzung der Möglichkeiten, die sich durch das Einbinden von Amateuren ergeben.

Vielversprechender sind Konzepte wie “Off The Bus“. 2007 hatte die Huffington Post und Journalismus-Vordenker Jay Rosen das Projekt gestartet, in dem Freiwillige ausgebildet und angeleitet wurden, um die US-Präsidentschaftswahlen journalistisch zu begleiten. So sollte die Kompetenz des Medienpartners mit dem Enthusiasmus der Amateur-Journalisten verbunden werden. Wie man die Herangehensweise auch beurteilen mag, “Off The Bus” hat Einfluss demonstriert. Am Ende fussten einige der brisantesten Momente im Wahlkampf auf den Berichten der Bürgerjournalisten.

Ireport hat bisher eher mit falschen Berichten über die Gesundheit von Steve Jobs Schlagzeilen gemacht. Aber gut, immerhin öffnet sich CNN via Twitter und anderswo der Netzgemeinde. Ganz zu schweigen vom Druck, den die Watchblogs und Medienblogger auf die alltägliche Arbeit der CNN-Journalisten ausüben, wie Pleitgen auch im Gespräch erwähnt.


11
Jul 09

Obama auf Berlusconis Spuren?

Heute: ein weiteres Lehrstück über die verzerrte Nachrichtenwahrnehmung in der amerikanischen Presselandschaft. Der Drudge Report, eine Linksammlung mit Hang zum konservativen Weltbild, macht heute mit einem Foto von Obama beim G8-Gipfel in Italien auf. Der US-Präsident scheint unisono mit dem Französischen Premierminister Sarkozy das Hinterteil einer jungen Gipfelteilnehmerin mit den Augen zu vermessen. Was ist aus dem Gentleman-Präsidenten geworden?

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Aber keine Angst, demnächst dürften keine Party-Fotos mit halbnackten Schönheiten und vollkommen nackten älteren Herren aus Obamas Privat-Villa die Öffentlichkeit erreichen (falls Obama überhaupt eine Privatvilla besitzt). Soweit ist die Berlusconisierung von Obama nicht fortgeschritten. Die Fernsehkameras haben denselben Moment nämlich auch festgehalten. Und da kommt Obama erheblich besser weg, im Gegenteil zu Sarkozy.

Megan Garber zeigt sich im Columbia Journalism Review nicht weiter überrascht, dass Matt Drudge keine Gelegenheit verstreichen lässt, dem demokratischen US-Präsidenten eins auszuwischen. Perspektive ist eben alles.


27
Jan 09

Öffentlich-Rechtliche Filmförderung konsequent zu Ende gedacht

Das Kanadische National Film Board macht seit dieser Woche Filme frei zugänglich auf seiner Website, die durch die Institution (mit)finanziert wurden.

Im Archiv sind über 700 Spielfilme, Dokumentationen, Zeichentrickfilme und Nachrichtensendungen zu finden. Zum Beispiel “Carts of Darkness” – eine Doku über den neuen Extrem-Sport Einkaufswagenreiten, der Pfandflaschensammeln mit Einkaufswagen einen Hügel runter rasen verbindet. Leider ist Berlin dafür etwas zu flach.

Das Film Board besteht seit 1939, dementsprechend umfangreich und abwechselnd ist die Auswahl. Die Öffentlichkeit hat es bezahlt, also gehört es konsequenterweise doch auch nur in die Öffentlichkeit, und zwar frei zugänglich. Fein getrennt nach englisch- und französischsprachigen Filmen, dafür ist man sich in Kanada ja nie zu schade.


17
Aug 08

Der digitale Lesezirkel ist da

Auf Mymagazines.com kann man eingescannte Magazine und Zeitschriften hochladen und mit anderen Nutzern teilen. Die einzelnen Titel lassen sich bequem durchblättern, interessantes zoomt man heran oder kommentiert es. Der Reader ist sehr komfortabel ausgestattet, und macht das Lesen einfach und intuitiv, in manchen Fällen ist sogar das Inhaltsverzeichnis logisch verknüpft und man muss nur noch auf den Titel eines Artikels klicken, um zum gewünschten Inhalt zu gelangen.

Von Business-Titeln wie Advertising Age und The Economist, über Lifestyle-Blätter wie FHM und Cosmopolitan bis zu Macworld und National Geographic ist schon so ziemlich alles dabei – das ist definitiv mehr Auswahl als bei meinem Kiosk an der Ecke. Mymagazines.com konkurriert, wenn es um die Produktauswahl geht, schon eher mit dem Bahnhofshandel.

Natürlich sehen das die Zeitschriftenverleger nicht gerne, und erwägen rechtliche Schritte gegen die Seite, die erst seit Juli 2008 online ist. Die Firma, die für einen John Smith in The Valley in Anguilla eingetragen ist, rechtfertigt sich damit, dass ihre Art der Bereitstellung sich nicht von der Nutzung in ärztlichen Wartezimmern oder in Friseursalons unterscheide. In beiden Fällen kauft jemand ein Exemplar und macht es dann anderen an einem bestimmten Ort zugänglich. Dass die Seite mit fremden Inhalten Geld macht, kann man den Machern jedenfalls nicht vorwerfen – Anzeigen oder eine Registrierungsgebühr fehlen komplett.

Ob das Modell jetzt Bestand hat oder nicht, es ist auf jeden Fall ein weiteres Beispiel dafür, dass sich von kaum einen analogen Inhalt die Digitalisierung verhindern lässt. Denn wenn es die Rechteinhaber nicht selbst machen, dann übernehmen das eben die Nutzer. Und nur um die Cosmopolitan zu lesen, muss man jetzt nicht mehr zum Arzt gehen.

(via)


30
Mai 08

Murdoch mag Google

Rupert Murdoch war on stage auf der D6 Conference letzte Woche. Einiges interessantes ist dabei gewesen, vor allem die unglaubliche Zahl von 8,3 Redakteuren, die beim Wall Street Journal durchschnittlich an einer Story feilen. Auch nicht schlecht sind Murdochs Aussagen zu Google:

“Every piece of story in WSJ has on average about 8.3 editors involved [...] that is ridiculous. You have to get all of the facts in in half the space [...] New York Times charges $500 a year for subscription [...] now we charge about $150 a year. We still have a long way to go.”

“I think they [Google] are great partners [...] I think they are the greatest company in America. But, for anyone to be a monopoly is a problem [...] but the marketplace takes care of monopolies.”

Ein neues Buch über die Abenteuer des Medien-Grandseigneurs in China ist gerade in den USA erschienen. Irgendwie sträube ich mich seit Jahren mal eine Biographie von Murdoch zu lesen, vielleicht ist das ja mal was. Toller Name übrigens, also die “All Things Digital” Konferenz.

(via)

9
Mai 08

Interaktivität von Nachrichtenwebsites

Das britische Online Journalism Blog sammelt seit einiger Zeit Daten zur Interaktivität von Nachrichtenwebsites. Daraus ergibt sich dieses Tool, das den bisherigen Datenbestand vergleichbar macht:

Deutsche Seiten sind noch nicht dabei, die findet man aber bei Wortfeld.de. Dort hat Alexander Svensson mit einem Wiki zu den Features deutscher Tageszeitungwebsites ähnliches versucht. Insgesamt ist der Datensatz des Online Journalism Blog eher dürftig, interessant ist der Versuch trotzdem. Interaktivität ist in der Kommunikationswissenschaft ein bekanntes und auch einigermassen gut erforschtes Konzept.

Das Problem der Wissenschaft ist gerade bei diesem Konzept aber meist die theoretische Begründung. Bei Interaktivitäts-Studien werden häufig demokratie-theoretische Aspekte bemüht, um die Wichtigkeit von interaktiven Elementen zu unterstreichen. Ein Lieblingsbeispiel ist die Möglichkeit, mit einem Forum die Diskussion zwischen den Lesern und den Journalisten möglich zu machen. Natürlich wird nicht die freie Welt gerettet, wenn jede Nachrichtenwebsite so ein Forum implementiert – in der Begründung, warum man denn jetzt genau diese Studie macht, hört sich das aber häufiger so an. In der Realität scheitern gerade diese interaktiven Features meist an dem geringen Partizipationswillen der User oder der Zerstörungswut einiger weniger, das hilft der Demokratie natürlich herzlich wenig.

Manchmal ist es einfach interessant, herauszufinden, wer denn nun die Interaktivität am stringesten umsetzt. Sowas kann man in einem Artikel für ein wissenschaftliches Journal natürlich nicht einfach behaupten, und das ist auch richtig so. In einem Blog geht das natürlich. Ich bin mir sicher, dass der ein oder andere Kommunikationswssenschaftler die naive Datensammelwut der Blogger beneidet. Forschen weil es Spaß macht, nicht weil etwas in einen größeren Zusammenhang gestellt werden muss. Nur die Qualität der Ergebnisse, die darf man dann nicht überbewerten.