Wirtschaft


18
Sep 10

Gewinn pro Mitarbeiter: Google liegt vorn

Umsatz pro Mitarbeiter

Update: Die Grafik ist (für mich) missverständlich aufgebaut. Google hat pro Mitarbeiter den höchsten Profit – Microsoft macht mit den meisten Mitarbeitern aber insgesamt den größten Gewinn. Apple liegt dazwischen. Danke, Stefan.

Mehr Zahlen (vor allem zu Google) gibt es hier.


8
Mrz 10

Mediagazer – TechMeme für die Medienbranche

Mediagazer Logo

Rivva und TechMeme helfen einem schnell weiter, wenn man einen knappen Überblick über die neuesten Nachrichten aus der Tech-Ecke bekommen möchte. Das gleiche bietet jetzt Mediagazer für die US-Medienbranche an, eine neu entwickelte Webseite aus dem Hause TechMeme.

Der Nachrichten-Aggregator wird vollautomatisch die Storys der größeren Medienblogs und -Nachrichtenseiten abgreifen und nach Backlinks und Tweets gewichten.

So soll laut der Mitbegründerin und ersten Redakteurin (also doch: eine Redaktion) Megan McCarthy eine Karte der US-Medienlandschaft entstehen. Das kann ganz praktisch sein, man sieht schnell welche Story am meisten Widerhall findet, welche Nachrichtenseiten sie kommentiert haben, und wie die letzten Entwicklungen aussehen.

Bei der Auswahl der Geschichten soll vor allem der Punkt Medienwandel und die daraus resultierenden notwendigen Anpassungen der Medienbranche im Vordergrund stehen. Das iPad und andere Tech-News  begegnen einem also auch auf Mediagazer, zusammen mit Business-News und klassischem Medienjournalismus.

Wichtig für alle aufstrebenden A-Blogger: Es wird auch ein “Leaderboard” geben – ähnlich wie bei TechMeme und Rivva – das die wichtigsten Quellen nach der Anzahl ihrer verlinkten Storys auflistet. Das besonders unter Medienleuten beliebte Schaulaufen der Eitelkeiten ist also eröffnet. Anpassen müssen sich eventuell auch RomeneskoMediaite und andere US-Medienblogs, die als Nachrichten-Aggregatoren überflüssig werden, falls Mediagazer Erfolg haben sollte.

Und ich bin gespannt, ob das etwas unübersichtliche, weil immense Angebot an Medien-Nachrichtenseiten aus den USA mit Mediagazer etwas übersichtlicher wird. Nötig wär’s.

(via Gawker)


10
Feb 10

Die Early Adopters werden immer älter

Das amerikanische Marketing-Unternehmen Comscore hat einen Bericht zu den wesentlichen Trends in der Mediennutzung der Amerikaner veröffentlicht. “The 2009 U.S. Digital Year in Review” (via @hemartin) hält einige aufschlussreiche Grafiken bereit, bitteschön:

Die Nutzung von Online-Videos hat im vergangenen Jahr in den USA weiter zugelegt, dabei hat sich das Angebot vergrößert und ausdifferenziert. Youtube bleibt mit einem Anteil von 26% an der Videonutzung der Platzhirsch. Interessanterweise entfallen aber über 50% der Nutzung auf Anbieter, die nicht mehr in den Top 25 vertreten sind, weswegen Comscore einen Trend zu Nischen-Angeboten ausmacht. Video-Anbieter, die Long-Tail-Märkte (vgl. Chris Anderson) im Netz bedienen, dürfen sich also freuen.

Bildschirmfoto 2010-02-10 um 15.49.09

Auch die Smartphone Nutzung hat 2009 in den USA zugelegt. Im Dezember hatten 17% der Mobilfunker ein Smartphone, 2008 waren es nur 11%. Marktführer bei den Betriebssystemen ist RIM, das die Blackberrys produziert, gefolgt von Apple, dessen Anteil weiter steigt. Google ist mit 5,2% noch in der Einführungsphase, konnte aber laut Comscore in den letzten Monaten stark zulegen – ein Trend, der unter anderem dank des Google-Phones Nexus One in 2010 fortgeführt werden könnte.

Bildschirmfoto 2010-02-10 um 15.49.24

Und schließlich: die Altersstruktur der Facebook-, Twitter- und Myspace-Nutzer im Vergleich. Die älteren Nutzer fliehen von Myspace und verdrängen die Teenager aus Facebook. Eventuell werden die College-Studenten aber auch einfach älter, Facebook hat ja gerade sein sechsjähriges gefeiert. Und nur weil man 25 ist und die Uni verlässt, löscht man ja nicht gleich sein Facebook-Konto.

Demographic composition of facebook and myspace users compared

Dafür entdeckt die jüngere Generation jetzt auch Twitter, dessen Nutzer mit steigender Popularität immer jünger werden. Das widerlegt die These, dass vor allem die jüngsten Nutzer Early Adopter wären. Die Alten machen den Unterschied! Twitter ist von den 25- bis 64-jährigen groß gezogen worden.

Age composition of twitter users


20
Feb 09

Credit Crisis for Dummies

Endlich hab ich verstanden, was ein “Credit Default Swap” ist – dank “The Crisis of Credit”. Das Video erklärt die Finanzkrise in ihren Ursachen und versucht die Dynamik der Entwicklung in den USA darzustellen. Vor allem bildet es die Beziehungen zwischen den Akteuren gut ab, und macht keinen Umweg um die Finanzprodukte im Herzen der Krise.
Ob Alan Greenspan für alles Übel dieser Welt verantwortlich ist, sei mal dahingestellt. Deregulierung und Current Account Deficit haben auch ihren Teil beigetragen.

(via Spreeblick)


22
Nov 08

Heuschrecke am Ende

Eingestiegen war David Montgomery bei dem Berliner Zeitungsverlag mit großen Renditevorstellungen. Die Berliner Zeitung, das Stadtmagazin Tip und der Berliner Kurier sollten nur den Auftakt bilden für eine Reihe von lokalen Titeln, weitere Einkäufe waren geplant. Sein Auftritt sorgte für Verängstigung in der Branche – kommen jetzt die Finanzinvestoren?

Aber heute ist die Shopping-Tour ist vorbei, die Mitarbeiter im Verlagshaus am Alexanderplatz lassen keine Gelegenheit aus, den Berliner Statthalter Deppenbrock zu kritisieren, und Montgomerys eigene Gesellschaft Meocom steht vor Finanzproblemen. In seinem Londoner Büro haben ihn Matthias Lambrecht und Jennifer Lachman besucht und den Aufstieg und Fall des David Montgomery für die (selbst strauchelnde) FTD lesenswert aufgeschrieben:

“An der Börse ist die Mecom-Aktie, die im Juli 2007 noch bei 97 Pence notierte, auf 1,5 Pence abgestürzt. Ein Misstrauensvotum gegen Montgomery, der einst Investoren mit höchst ambitionierten Renditeversprechen köderte. Der hierfür in den von ihm übernommenen Titeln beispiellose Sparmaßnahmen einleitete, die in den Redaktionen zu Proteststürmen gegen die Heuschrecke aus London führten. Der aller Kritik zum Trotz weiter ein Blatt nach dem anderen einkaufte – und dafür immer wieder die Unterstützung seiner Geldgeber fand. 570 Mio. Pfund Kapital sammelte Montgomery beim Börsengang im März 2007 ein. Mehr als 1,3 Mrd. Pfund wandte er auf, um all seine Beteiligungen zu erwerben.”

“Jetzt ist der Visionär zum Kapitalvernichter geworden. 24 Mio. Pfund ist Mecom an der Börse noch wert, 587 Mio. Pfund Schulden lasten auf dem Konzern. ‘Das ist das Ende dieser Einkaufsserie’, sagt der Analyst Simon Davies von ABN Amro. ‘Die stehen unter massivem Druck.’”


10
Nov 08

“Greed good? Not even Gordon Gekko would say so now.”

Niemand hat das Bild vom Hosenträger-tragenden Börsenmakler, dem Erfolg alles ist und menschliche Regung nichts, so geprägt wie Michael Douglas mit seiner Oscar-prämierten Darstellung des Gordon Gekko in Wall Street. Das war Finanzkapitalismus in seiner glamourösesten Form. Die Zuschauer lernten damals  Begriffe wie Off-Shore Account und Insider-Trading neu kennen.

Auch heute werden wieder kryptische Bezeichnungen aus dem Finanzmarkt in die Öffentlichkeit gespült. Mortgage-Backed-Securities haben eine Kernschmelze im globalen Kredit-Reaktor ausgelöst. Dabei hatte der doch bisher unsere Weltwirtschaft immer so effizient mit billiger Finanzenergie versorgt. Aber jetzt? Finanzkraft, nein danke!

Und jetzt stellen Sie sich bitte einmal vor, vor ca. einem Jahr hätte Sie jemand gebeten, das Drehbuch für die Fortsetzung von Wall Street – Money Never Sleeps – zu schreiben. Sie sollen also den Gordon Gekkos von heute nachspüren. Willkommen in der Haut von Stephen Schiff. Der Drehbuchautor hat mit allerbestem Timing das bestellte Drehbuch zum Sequel nur Wochen vor dem Zusammenbruch von Lehmann Brothers und AIG bei seinen Auftraggebern abgegeben. Seine Erfahrungen während der Recherche hat er hier festgehalten.

Als er anfing, den Stoff zu recherchieren, wollte sich jeder Gesprächspartner mit ihm nur über Hedge Funds unterhalten. Gefragt, was die Herren Investmentbanker denn für die größtmögliche Gefahr für das globale Finanzsystem halten, wurde ihm alles prophezeit – Chinesische Staatsfonds, Terror-Anschläge oder wild gewordene Öl-Scheiche – nur keine Kreditkrise wegen übermäßiger Spekulation mit Finanz-Derivaten.

Unwahrscheinlich, dass Gordon Gekko heute ein Revival feiert. Wie weit die Filmproduktion wohl gekommen ist?