Zukünftiges


6
Jan 11

100 Trends für 2011

Natürlich kann man der Meinung sein, alle Prognosen seien Kaffeesatzleserei. Ich finde, die besseren helfen Vorstellungsräume zu erkunden und haben alleine deswegen schon eine Existenzberechtigung. Ob sie nun richtig liegen oder nicht.

Gut machen das zum Beispiel die Analysten der Marketingagentur JWT, die jedes Jahr 100 Trends an der Nahtstelle von Gesellschaft, Technologie, Kultur und Ökonomie vorstellen. Und bei 100 Versuchen ist garantiert auch ein Treffer dabei.

JWT: 100 Things to Watch in 2011
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(via Fred Wilson)


29
Nov 09

Wie demokratisiert man Aufmerksamkeit?

Danah Boyd schreibt über die gesellschaftlichen Möglichkeiten, die durch die Beseitigung von Gatekeepern im Internet entstehen:

“Switching from a model of distribution to a model of attention is disruptive, but it is not inherently democratizing. This is a mistake we often make when talking about this shift. We may be democratizing certain types of access, but we’re not democratizing attention.”

Wir bewegen uns auf eine Welt zu, in der alles (potentiell) öffentlich ist, weil jeder im Internet Publizität herstellen kann. Veröffentlichung ist kein Relevanzkriterium mehr. Wer warum welche Informationen wahrnimmt, hängt damit wesentlich von anderen Faktoren als Öffentlichkeit ab.

Bloß: Diese Faktoren sind nicht in sich selbst demokratisch. Aufmerksamkeit folgt keinen meritokratischen Auswahlkriterien, sondern unterliegt strukturellen Vorbedingungen, die in die Analyse der Informationsflüsse einbezogen werden müssen. Die Fähigkeit, Relevanz herzustellen, ist ein Machtinstrument, das durch die Vielzahl der Informationen im Netz an Bedeutung gewinnt.

Eine umfassende Analyse muss darum folgendes miteinbeziehen: Welche Knotenpunkte im Informationsnetzwerk verfügen über kommunikative Macht (siehe Manuel Castells)? Welche Dynamiken formen die Diskussion über ein Thema, und wie wählen Menschen ihre Informationsquellen aus (siehe z.B. Cass Sunstein)?

Um die ideale demokratische Ausgestaltung der vernetzten Informationsgesellschaft (siehe Yochai Benkler) zu bestimmen, muss die Struktur der Online-Öffentlichkeit erst noch erforscht werden. Die Demokratisierung von Aufmerksamkeit ist dabei eine zentrale Frage.


26
Sep 09

Der Monty Burns von Harvard

Jedes Jahr belegen knapp tausend Harvard-Studenten die Vorlesung von Michael J. Sandel über Moral, Ethik und Gerechtigkeit. Prof. Sandel gibt diese Vorlesung seit dreissig Jahren. Gerüchteweise saßen schon die Simpsons-Autoren im Auditorium, und verewigten den Professor als Monty Burns im Pop-Universum, schreibt die New York Times in einem längeren Artikel.

Dabei steht das Verhalten vom Kraftwerk-Magnaten in Springfield natürlich diametral zu den von Prof. Sandel gepredigten Werten. Die beiden teilen also nur das Aussehen. Vielleicht lässt sich der Professor  ja dazu hinreißen, den Simpsons-Charakter in seiner Vorlesung als Anti-Beispiel einzubauen.

Grandioserweise hat sich Harvard dazu entschlossen, den beliebten Kurs per Internet und Fernsehen fei zugänglich zu machen. Der Professor wird professionell ausgeleuchtet, und zusätzliches Material zur Vorlesung wird auch bereit gestellt. Es gibt auch ein neues Buch, ganz uneigennützig handeln also selbst Moralphilosophen nicht.

Hier ist das Video von der Einführung, der gesamte Kurs ist hier zu finden.


20
Sep 09

Google startet neuen Nachrichten-Aggregator

Google Fast Flip heißt die neue Seite, die wichtige amerikanische Nachrichtenseiten auf einen Blick versammelt. Die neuesten Artikel werden in ihrem Original-Seitendesign abgebildet, die Nutzer können so in kürzester Zeit knapp Vierzig Nachrichtenquellen durchstöbern.

Sichtbar ist anscheinend immer die jeweils erste Seite einer Nachricht, will man die Artikel zur Gänze lesen, muss man zur Original-Seite weiter. Während der Burda Verlag gerade erst mit dem Google-News-Klon Nachrichten.de gestartet ist, ist Google selbst schon wieder ein Stück weiter. Dazu kommt: Google will die Verlagshäuser am erwirtschafteten Umsatz beteiligen, schreibt die NZZ.

Fast Flips ist noch im Beta-Stadium (den Google Labs), und auch nur für amerikanische Nachrichtenquellen verfügbar, überzeugt aber trotzdem schon durch Handlichkeit und Auswahl der Artikel. Wer schnell die Leitmedien in den USA durchblättern will, ist bei Google Fast Flip gut aufgehoben.

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27
Jan 09

Öffentlich-Rechtliche Filmförderung konsequent zu Ende gedacht

Das Kanadische National Film Board macht seit dieser Woche Filme frei zugänglich auf seiner Website, die durch die Institution (mit)finanziert wurden.

Im Archiv sind über 700 Spielfilme, Dokumentationen, Zeichentrickfilme und Nachrichtensendungen zu finden. Zum Beispiel “Carts of Darkness” – eine Doku über den neuen Extrem-Sport Einkaufswagenreiten, der Pfandflaschensammeln mit Einkaufswagen einen Hügel runter rasen verbindet. Leider ist Berlin dafür etwas zu flach.

Das Film Board besteht seit 1939, dementsprechend umfangreich und abwechselnd ist die Auswahl. Die Öffentlichkeit hat es bezahlt, also gehört es konsequenterweise doch auch nur in die Öffentlichkeit, und zwar frei zugänglich. Fein getrennt nach englisch- und französischsprachigen Filmen, dafür ist man sich in Kanada ja nie zu schade.


25
Nov 08

Schon Gewusst?