„Die Welt will betrogen werden“

„Was nicht inszeniert ist, kann inszeniert wirken. Und das ist nicht unproblematisch, denn Fotos sind nichts anderes und können gar nichts anderes sein, als was sie scheinen (und wir in sie hineinlesen), ganz unabhängig von den Fakten.
Es kann aber auch umgekehrt sein: dass uns, was wir sehen, obwohl real, nicht real, sondern inszeniert vorkommt.“

Pressefotos und ihre Inszenierungen von Wirklichkeit erörtert Hans Durrer in der aktuellen Ausgabe der Gazette.

„Was wir von Fotos wollen, ist das eine, was sie leisten können, das andere.“

Das Fotos die Wirklichkeit festhalten, ja sogar dokumentieren können, ist eine Illusion. Ob es um die Fotokunst von Jeff Walls oder die Propagandakünste iranischer Nachrichtenagenturen geht – der Aufschrei der Betrogenen geht immer davon aus, das Fotos die Wirklichkeit abbilden. Das können sie gar nicht.

Denn eine „Illusion ist es, ganz entgegen unseren Wünschen und Bedürfnissen, in der Tat, denn die Wirklichkeit (sowohl diejenige, die wir als imaginiert, als auch diejenige, die wir als real begreifen) ist weder fass- noch abbildbar, sondern auch nach Heraklit in ständigem Fluss – und diesen abzubilden ist recht eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.“

Hier ist der ganze Artikel als pdf.

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