03
Mai 11

Times-Doku: “Page One: Inside The New York Times”

Wer schon immer mal davon geträumt hat, bei der New York Times zu arbeiten, der kann sich bald im Kino anschauen, was die Times-Reporter den ganzen Tag so machen. “Page One: Inside The New York Times” ist eine Doku, die ein Jahr Zeitungmachen beim Flagschiff des amerikanischen Qualitätsjournalismus in 90 Minuten kondensiert.

Der Film von Regisseur Andrew Rossi ist für jeden ernsthaften Medien-Junkie ein Muss. Alleine schon, weil man dem Medienreporter David Carr dabei über die Schulter blickt, wie er den Untergang der gedruckten Presse in den USA aufzeichnet, während die Zeitung für die er schreibt, selbst ohne Sicht durch den Medienwandel navigieren muss.

Ab 24. Juni in den USA in den Kinos, und dann hoffentlich bald auch bei uns zu sehen: “Page One”.

via (i-ref)


06
Jan 11

100 Trends für 2011

Natürlich kann man der Meinung sein, alle Prognosen seien Kaffeesatzleserei. Ich finde, die besseren helfen Vorstellungsräume zu erkunden und haben alleine deswegen schon eine Existenzberechtigung. Ob sie nun richtig liegen oder nicht.

Gut machen das zum Beispiel die Analysten der Marketingagentur JWT, die jedes Jahr 100 Trends an der Nahtstelle von Gesellschaft, Technologie, Kultur und Ökonomie vorstellen. Und bei 100 Versuchen ist garantiert auch ein Treffer dabei.

JWT: 100 Things to Watch in 2011
View more presentations from JWTIntelligence.

(via Fred Wilson)


10
Okt 10

10.10.10 – Powers of Ten

Kurze Programmunterbrechung ––

Powers of TenMade by the Office of Charles and Ray Eames

Dieser Clip von 1968 über “die relative Größe der Dinge im Universum und den Effekt des Hinzufügens einer weiteren Null” dürfte die definitive Visualisierung von Skaleneffekten sein. Und einen eigenen Blog gibt es sogar auch dazu: powersof10.com

(via GOOD)

–– und jetzt: weitermachen.


18
Sep 10

Gewinn pro Mitarbeiter: Google liegt vorn

Umsatz pro Mitarbeiter

Update: Die Grafik ist (für mich) missverständlich aufgebaut. Google hat pro Mitarbeiter den höchsten Profit – Microsoft macht mit den meisten Mitarbeitern aber insgesamt den größten Gewinn. Apple liegt dazwischen. Danke, Stefan.

Mehr Zahlen (vor allem zu Google) gibt es hier.


13
Jul 10

Globalisierung und Medienwandel sind Realität. Zeit, dass sich der Journalismus ihnen stellt.

Wenn uns die Finanzkrise eines vorgeführt hat, dann, dass Globalisierung vor allem wechselseitige Verwundbarkeit bedeutet. (…)

Es braucht einen Journalismus, der es wieder wagt, mit guten Gründen zu misstrauen. Denn nur so ist eine Krise des Vertrauens, wie sie im Moment besteht, zu vermeiden: indem wir rechtzeitig und begründet Zweifel äußern. (…)

Und hier braucht es einen Journalismus, der die Anderen nicht nur als Andere begreift, sondern diese Verwobenheit auch abbildet; der die Anderen als Eigene thematisiert – weil sie ein Recht haben, an den Diskussionen beteiligt zu werden, die sie selbst betreffen.

via taz.de

Carolin Emcke über die Anforderungen an Journalismus in der globalisierten Realität. Kürzer und eingängiger wurden die demokratischen Defizite, die durch nationalstaatlich orientierte Öffentlichkeiten in einer fragmentierten Medienwelt entstehen, bisher nicht beschrieben.


30
Apr 10

Europa, neugezeichnet

Die geografischen Grenzen Europas entsprechen einfach nicht mehr der politischen Realität. Zeit für eine Neuordnung. Großbritannien den Südeuropäischen Schuldnerstaaten zuzuordnen, ist nur einer von vielen sinnvollen Vorschlägen vom Economist.

Der Wille zum radikalen Umbau spricht allerdings auch Bände über die reformbegeisterten Economist-Redakteure. Ach, wenn die Welt nur so einfach wäre, wie der Economist sie beschreibt.


12
Apr 10

Womit schlägt der Fischhändler in Zukunft bloß seine Ware ein?

(via Thomas Knüwer)


01
Apr 10

Das schlechte Gedächtnis von YouTube

Weder Googles CEO Eric Schmidt noch YouTube-Mitbegründer Chad Hurley haben ein gutes Gedächtnis wenn es um den Hintergrund der Übernahme von YouTube durch Google geht: Viele E-Mails aus dieser Zeit sind in den digitalen Papierkorb gewandert.

Das ist ein Ergebnis des Gerichtsverfahrens, das die amerikanische Medien-Firma Viacom 2007 gegen Google angestrengt hat. In dem Verfahren, in dem es um Urheberrechtsverletzungen von YouTube geht, sind vergangene Woche einige brisante Dokumente für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Diese sollen beweisen, dass das Videoportal nicht nur den Upload illegaler Inhalte ermöglicht hat, sondern diese Uploads auch noch förderte.

Slate hat die Einzelheiten.

“Internal e-mails from the site’s early days strongly suggest that Hurley and his co-founders—Steve Chen and Jawed Karim—were aware of a lot of infringing content on the site but decided to ignore much of it in order to keep YouTube growing.”

Was für die YouTube-Gründer eine Episode der Vergangenheit ist, könnte für den heutigen Betreiber – Google – ein Problem werden. Der Slate-Autor Farhad Manjoo nennt die ganze Geschichte darum “YouTubes Erbsünde”.

Ein Beispiel aus dem internen E-Mail-Verkehr belegt, dass sich die Gründer bewusst waren, dass illegale Inhalte mehr Traffic bringen, weswegen sie diese Inhalte nur zögerlich von der Seite nahmen:

“In an e-mail (PDF) sent in September 2005, for instance, Hurley complains that the site is “starting to get out of control with copyrighted material” and adds that “we may need to start enforcing restrictions soon.” Chen disagreed: “I’m thinking it’s still okay,” he responded, explaining that taking down copyrighted videos would result in a 20 percent fall in traffic. “I’d hate to prematurely attack a problem and end up just losing growth due to it.” The partners go on to discuss the various kinds of infringing material on the site and arrive at an informal, “really lax” policy for what to remove and what to keep:”Take down whole movies, take down entire TV shows, take down XXX stuff,” Chen decides, but “everything else keep including sports, commercials, news, etc.”"

Wahrscheinlich sind die ersten Wachstumsschübe eines jeden Start-Ups erstmal chaotisch – problematisch werden diese Entscheidungen dann aber spätestens, wenn man das Start-Up für 1,65 Milliarden US-$ (in Google-Aktien) verkauft. Sollte Viacom erfolgreich sein, droht vielen weiteren nutzergenerierten Webseiten eine Klagewelle, die bislang unter dem Digital Millenium Copyright Act geschützt waren. Aber, wie Steve Chen sagen würde: Wachstum geht vor. Auch wenn er sich daran jetzt einfach nicht mehr erinnern kann.


08
Mrz 10

Mediagazer – TechMeme für die Medienbranche

Mediagazer Logo

Rivva und TechMeme helfen einem schnell weiter, wenn man einen knappen Überblick über die neuesten Nachrichten aus der Tech-Ecke bekommen möchte. Das gleiche bietet jetzt Mediagazer für die US-Medienbranche an, eine neu entwickelte Webseite aus dem Hause TechMeme.

Der Nachrichten-Aggregator wird vollautomatisch die Storys der größeren Medienblogs und -Nachrichtenseiten abgreifen und nach Backlinks und Tweets gewichten.

So soll laut der Mitbegründerin und ersten Redakteurin (also doch: eine Redaktion) Megan McCarthy eine Karte der US-Medienlandschaft entstehen. Das kann ganz praktisch sein, man sieht schnell welche Story am meisten Widerhall findet, welche Nachrichtenseiten sie kommentiert haben, und wie die letzten Entwicklungen aussehen.

Bei der Auswahl der Geschichten soll vor allem der Punkt Medienwandel und die daraus resultierenden notwendigen Anpassungen der Medienbranche im Vordergrund stehen. Das iPad und andere Tech-News  begegnen einem also auch auf Mediagazer, zusammen mit Business-News und klassischem Medienjournalismus.

Wichtig für alle aufstrebenden A-Blogger: Es wird auch ein “Leaderboard” geben – ähnlich wie bei TechMeme und Rivva – das die wichtigsten Quellen nach der Anzahl ihrer verlinkten Storys auflistet. Das besonders unter Medienleuten beliebte Schaulaufen der Eitelkeiten ist also eröffnet. Anpassen müssen sich eventuell auch RomeneskoMediaite und andere US-Medienblogs, die als Nachrichten-Aggregatoren überflüssig werden, falls Mediagazer Erfolg haben sollte.

Und ich bin gespannt, ob das etwas unübersichtliche, weil immense Angebot an Medien-Nachrichtenseiten aus den USA mit Mediagazer etwas übersichtlicher wird. Nötig wär’s.

(via Gawker)


10
Feb 10

Die Early Adopters werden immer älter

Das amerikanische Marketing-Unternehmen Comscore hat einen Bericht zu den wesentlichen Trends in der Mediennutzung der Amerikaner veröffentlicht. “The 2009 U.S. Digital Year in Review” (via @hemartin) hält einige aufschlussreiche Grafiken bereit, bitteschön:

Die Nutzung von Online-Videos hat im vergangenen Jahr in den USA weiter zugelegt, dabei hat sich das Angebot vergrößert und ausdifferenziert. Youtube bleibt mit einem Anteil von 26% an der Videonutzung der Platzhirsch. Interessanterweise entfallen aber über 50% der Nutzung auf Anbieter, die nicht mehr in den Top 25 vertreten sind, weswegen Comscore einen Trend zu Nischen-Angeboten ausmacht. Video-Anbieter, die Long-Tail-Märkte (vgl. Chris Anderson) im Netz bedienen, dürfen sich also freuen.

Bildschirmfoto 2010-02-10 um 15.49.09

Auch die Smartphone Nutzung hat 2009 in den USA zugelegt. Im Dezember hatten 17% der Mobilfunker ein Smartphone, 2008 waren es nur 11%. Marktführer bei den Betriebssystemen ist RIM, das die Blackberrys produziert, gefolgt von Apple, dessen Anteil weiter steigt. Google ist mit 5,2% noch in der Einführungsphase, konnte aber laut Comscore in den letzten Monaten stark zulegen – ein Trend, der unter anderem dank des Google-Phones Nexus One in 2010 fortgeführt werden könnte.

Bildschirmfoto 2010-02-10 um 15.49.24

Und schließlich: die Altersstruktur der Facebook-, Twitter- und Myspace-Nutzer im Vergleich. Die älteren Nutzer fliehen von Myspace und verdrängen die Teenager aus Facebook. Eventuell werden die College-Studenten aber auch einfach älter, Facebook hat ja gerade sein sechsjähriges gefeiert. Und nur weil man 25 ist und die Uni verlässt, löscht man ja nicht gleich sein Facebook-Konto.

Demographic composition of facebook and myspace users compared

Dafür entdeckt die jüngere Generation jetzt auch Twitter, dessen Nutzer mit steigender Popularität immer jünger werden. Das widerlegt die These, dass vor allem die jüngsten Nutzer Early Adopter wären. Die Alten machen den Unterschied! Twitter ist von den 25- bis 64-jährigen groß gezogen worden.

Age composition of twitter users